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TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Minimal Music

Inhalt: Die unterschiedlichen Kompositionsweisen, für die 1968 der Begriff des Minimalismus gefunden wurde, haben mindestens dreierlei gemeinsam: sie sind Errungenschaften US-amerikanischer Komponisten, verweigern sich den Idealen seriellen Komponierens und zeigen Spuren höchst heterogener Einflüsse – von den mehrstimmigen Organa Perotins über afrikanische Polyrhythmik bis hin zum Jazz. Initiiert wurde der musikalische Minimalismus Ende der 1950er Jahre durch La Monte Young (* 1935) und Terry Riley (* 1935), Popularität erlangte er in den 1970er Jahren mit den auf niederschwellige Rezipierbarkeit hin angelegten Arbeiten Steve Reichs (* 1936) und Philip Glass‘ (* 1937). In Europa verband Louis Andriessen (* 1939) Elemente des Minimalismus mit einer an der musikalischen Moderne geschulten Musiksprache; Michael Nyman (* 1944) verarbeitete Bruchstücke europäischer Kunstmusik zu minimalistischen Produkten, die dem Schönheitsempfinden breiter Hörerkreise entgegenkommen. Nyman, der sich zunächst als Musikwissenschaftler betätigte, war es auch, der den ursprünglich kunsttheoretischen Begriff des Minimalismus in den Musikdiskurs einbrachte – einen Begriff, der gegenüber Bezeichungen wie ›Trance-Musik‹ oder ›Repetitive Musik‹ den Vorzug hatte, jene Momente radikaler Vereinfachung umfassend in den Blick zu nehmen, die minimalistische Kompositionen in besonderer Weise charakterisieren: statisch ausgehaltene Klänge, Wiederholungen kurzer musikalischer Formeln, deren kaum merkliche Variationen sich erst allmählich zu deutlichen Transformationen aufsummieren, graduelle Verschiebungen einander überlagerter Patterns, aus denen immer neue Resultatstrukturen emergieren, und eine überwiegend diatonische, in der amerikanischen Linie des Minimalismus eher modale denn harmonisch tonale Tonhöhenorganisation. Vertreter der Neuen Musik freilich blieben überwiegend kritisch – Clytus Gottwald etwa attestierte Reichs Musik, »die Monotonie des sich hier abspielenden Arbeitsprozesses« erinnere »nicht von ungefähr an das Fließband: immergleiche Handgriffe produzieren Immergleiches.« 

Das Seminar ist zu gleichen Teilen musikhistorisch und werkanalytisch angelegt: Es bietet einen Überblick über die Geschichte des Minimalismus und unterzieht einzelne Kompositionen einer genaueren Betrachtung. Musikalische Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt, sind aber allemal von Vorteil.

  • Module MA-AKT 1b, MA-AKT 1c, MA-AKT 22, MA-KS Med 6BA-KulT Wahlbereich 

Zeitraum und Ort

Zeitraum: 16.10.2013 - 12.02.2014
Wochentag / Zeit: Mittwoch 12-14 Uhr
Raum: H 3001

Dozenten und Tutoren

Dozent: Oliver Schwab-Felisch

Weitere Informationen

Veranstaltungstyp:  Seminar
Umfang: 2 SWS
Veranstaltungsnummer:  3135 L 773

Seminarmaterialien im geschützten Download-Bereich:

http://www2.ak.tu-berlin.de/~oschwab/2013-14/minimal_music

 

 

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