TU Berlin

Fachgebiet AudiokommunikationDr. Karin Martensen

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Dr. Karin Martensen

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Forschungsschwerpunkte

  • Technikgeschichte / Geschichte der Tonaufnahme
  • Sound in der Musikwissenschaft
  • Körper- und Gesangsgeschichte
  • Historische Frauenforschung

Forschungsprojekt

ab März 2019: "Das Tonstudio als diskursiver Raum", gefördert von der DFG.

Karin Martensen, Das Tonstudio als diskursiver Raum. Theorie, ästhetisches Konzept und praktische Umsetzung in der klassischen Tonaufnahme, Königshausen & Neumann: Würzburg, Februar 2022.

Das Tonstudio ist kein Raum, der außerhalb von Gesellschaft steht! Hier wird es als diskursiver Raum beschrieben und so die Produktionsprozesse bei der klassischen Tonaufnahme unter Einbezug aller musikalisch und technisch Beteiligten sichtbar gemacht. Hierfür wird das Sprachhandeln der Beteiligten analysiert, aber auch das Entstehen von technischer Klangästhetik. Diskursanalytisch wird der Prozess der Bedeutungszuweisung beschrieben, insbesondere in Bezug auf Mikrofone, die ich als ,magische Gegenstände' auffasse. Ferner wird die Tonaufnahme in einer Zeitschriften- und Filmanalyse von außen betrachtet. Versteht man Tonaufnahme als das Werk des Musikers und des Ingenieurs, liefert diese Herangehensweise eine Methode, um die Entstehung dieses Werks mittels ,Soundtechnologien', verstanden als künstlerisch-technischer Schaffensprozess, angemessen zu beschreiben. So wird sichtbar, dass Musikproduktion ein doing und soziale Praxis ist. Und wir können beobachten, wie doing technology vor sich geht, wie also das Verhältnis zwischen Mensch und Technik ausgehandelt wird. Mein hier vorgelegter Forschungsbericht soll daher auch die immer noch im Fluss befindliche Diskussion zum Werkbegriff bereichern.

Vita

Karin Martensen studierte Historische Musikwissenschaft an der Universität Hamburg. Im Frühjahr 2012 wurde sie mit einer Arbeit über Anna Bahr-Mildenburg an der Hochschule für Musik und Theater Hannover promoviert (Die Frau führt Regie. Anna Bahr-Mildenburg als Regisseurin des Ring des Nibelungen. Mit einem Anhang: Regiebücher zu Walküre, Siegfried und Götterdämmerung, München 2013).

Langjährige Tätigkeit als freie Autorin für Werkeinführungen sowie (nach einem Volontariat beim Georg Olms Verlag Hildesheim) als Fachbuchlektorin. Musikwissenschaftliche Lehre in Hannover, Detmold und Berlin. März 2016 bis März 2019 Projektleiterin (Eigene Stelle) des gemeinsam mit Rebecca Grotjahn und Malte Kob in Detmold durchgeführten DFG-Projekts „Technologien des Singens“. Ab Frühjahr 2019 DFG-Projekt „Das Tonstudio als diskursiver Raum“ an der TU Berlin, Fachgebiet Audiokommunikation (Eigene Stelle). – Seit vielen Jahren ist Karin Martensen ferner begeisterte Blockflötistin (Barock und Consort) und Chorsängerin.

 

 

Publikationen (Auswahl)

  • Das Tonstudio als diskursiver Raum. Theorie, ästhetisches Konzept und praktische Umsetzung in der klassischen Tonaufnahme, Königshausen & Neumann: Würzburg, Februar 2022.

  • „Tiefenbohrungen in den musikwissenschaftlichen Werk- und Autorschaftsbegriff mit digitalen Werkzeugen“, in: editio. Internationales Jahrbuch für Editionswissenschaft 35/2021, S. 182‒206.
  • "Mikrophon und Habitus. Überlegungen zum Mikrophongebrauch in der klassischen Musikaufnahme", in: Rundfunk und Geschichte 1/2020, S. 47-58.
  • „The phonograph is not an opera house“. Quellen und Analysen zu Ästhetik und Geschichte der frühen Tonaufnahme am Beispiel von Edison und Victor (= Technologien des Singens 1, hrsg. von Rebecca Grotjahn, Malte Kob und Karin Martensen), München 2019.
  • "Being Isolde. The Theory and Practice of Anna Bahr-Mildenburg", in: The Wagner Journal 13, 1 [März 2019], S. 38-46.
  • „How Thomas A. Edison shaped today’s singing ideal: Tracking his ambiguous concept of tremolo by analysing archival documents and sound recordings“ (gemeinsam mit Tilo Hähnel), in: Empirical Musicology Review, Vol. 14, No. 1-2 [2019], S. 22-49.
  • „Mensch und Maschine in den Laboratorien Thomas Alva Edisons. Ein Beitrag zur Technikhistorie aus musikwissenschaftlicher Sicht“, in: Technikgeschichte, Bd. 85 (2018) H. 3, S. 149–172.
  • „In Edisons Werkstatt: Voice trials und ihre Rückwirkung auf die technische Entwicklung und auf das Singen“, in: Annette von Dyck-Hemming, Jan Hemming (Hg.), Beiträge zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung in Kassel 2017, Wiesbaden 2018, S. 303–311.
  • „Mit Frauen(stimmen) kann man keine guten Tonaufnahmen machen. Zur Analyse eines Motivs aus der Geschichte der Aufnahmetechnik“, in: Rebecca Grotjahn, Sarah Schauberger, Johanna Imm, Nina Jaeschke (Hg.), Das Geschlecht musikalischer Dinge, Hildesheim 2018, S. 121–132.
  • „Überlegungen und Interviews zum Einsatz von Aufnahmetechnik und zur ​,Gruppenleistung Tonaufnahmeʻ im Bereich der Klassischen Musik“, in: Acta Musicologica 2/2017, S. 145–170.
  • „Der Soundbegriff – eine Methode zur Beschreibung des Phänomens ,Operngesangsstimmeʻ?“, in: Archiv für Musikwissenschaft 2017/2, S. 140–159.
  • „Singen und Darstellen – Autorschaft und Macht auf der Bühne. Über die Zusammenarbeit von Anna Bahr-Mildenburg und Richard Strauss bei dessen Elektra“, in: Studien zur Musikwissenschaft. Beihefte der Denkmäler der Tonkunst in Österreich, Bd. 59, Wien 2017, S. 121–140.
  • „Der annotierte Klavierauszug – eine Quelle für die Interpretationsforschung?“, in: Die Musikforschung 1/2016, S. 25–45.
  • „Phonograph und Gesangsstimme: Untersuchungen zur Akustik früher Aufzeichnungs- und Abspielgeräte“ (gemeinsam mit Polina Zakharchuk, Malte Kob und Rebecca Grotjahn), in: Deutsche Gesellschaft für Akustik e.V. (DEGA) / Stefan Becker (Hg.), Fortschritte der Akustik - DAGA 2015, S. 1429–1432.

 

 

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