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Wir trauern um Dr. Christian Broecking

Mittwoch, 10. Februar 2021

Wir trauern um Dr. Christian Broecking, der am 2. Februar verstorben ist. 2011 schloss er seine musiksoziologische Promotion am Fachgebiet Audiokommunikation ab: “Der Marsalis-Komplex – Studien zur gesellschaftlichen Relevanz des afroamerikanischen Jazz zwischen 1992 und 2007”. Das Buch demonstriert auf beeindruckende Weise, wie sich Journalismus und Wissenschaft in der beidseitig eingegangenen Verbindung von Tiefgang, Zuwendung und Disziplin treffen. Jazz als Lebensform zu vermitteln, die spannungsreichen, leidvollen, kämpferischen, sensiblen, revolutionären und anderen Erfahrungen der Jazzer als musikalische Themen zu erschließen, war Broeckings Anliegen. In unzähligen Interviews bot er Jazzmusikern eine Plattform, sich auch verbal, und zwar in einem dem Verstehen verpflichteten Kontext, zu artikulieren. "Hören über die Musik hinaus [1]" titelt Ulrich Stock seinen Nachruf in Zeit-Online (6.2.2021) und charakterisiert damit den vieldimensionalen Fächer von Broeckings Hörkunst, die stets die Ansprache implizierte: "Er hörte den Musikern zu, und wenn sie nicht von selbst sprachen, stupste er sie an mit lakonischen Fragen, die immer etwas Prüfendes hatten. Als ob gerade seine norddeutsche Spröde die Schwarzen Künstler animierte." Christian Broecking (geboren 1957) war bis zuletzt unentwegt auf Reisen, nicht nur für seine Interviews. Nach seinem Studium der Soziologie, Musikwissenschaft und Publizistik an der FU Berlin machte er sich einen großen Namen als Kritiker, Buchautor, Radiomacher, Kolumnist, Lehrbeauftragter, (Selbst-)Verleger, Referent, Kurator. In den 1990er Jahren war er Gründer und erster Programmdirektor von Jazz-Radio Berlin; als Autor für die taz, den Tagesspiegel und die Berliner Zeitung war er eine der prominentesten Stimmen des Jazz im deutschsprachigen Raum. Seine Arbeiten sind beispielhaft für den Umgang mit gelebter Musik.

Stefan Weinzierl
Elena Ungeheuer


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