Inhalt des Dokuments
zur Navigation
Historische und experimentelle Interpretationsforschung.
Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Institut für Musikforschung Preußischer Kulturbesitz - SIMPK
Musik wird stets durch eine Aufführung vermittelt. Dies gilt für notenbasierte Werke ebenso wie für improvisierte Musik, die erst im Moment der Aufführung entsteht, bis hin zu elektronischer Musik, die einer klanglichen und technischen Realisierung bedarf.
Die Forschung zur Aufführungspraxis von Musik und zur Rolle des individuellen Interpreten ist für die Musikwissenschaft eine große methodische Herausforderung. Dies gilt für historische Aspekte der Aufführungspraxis, für kulturgeschichtliche Aspekte von Inszenierung und Performanz, ebenso wie für deren empirische Untersuchung. Am Fachgebiet Audiokommunikation entwickelte Systeme zur Simulation virtueller akustischer und visueller Realitäten durch Binauraltechnik, Schallfeldsynthese und Stereoprojektion, sowie eine Softwarebibliothek zur Analyse und Erkennung von Interpretationsparametern durch digitale Signalverarbeitung von Audioaufnahmen bilden hier leistungsstarke Werkzeuge für eine experimentelle Interpretationsforschung und für die Analyse historischer Tonträger.
Konkrete Untersuchungsgegenstände sind die Validität von technisch extrahierten Parametern aus Audioaufnahmen im Hinblick auf die Beurteilung von Interpretationen durch Experten, die Verbesserung der eingesetzten Algorithmen, die Veränderung von Interpretationskonventionen, soweit sie auf historischen Tonträgern dokumentiert sind, und der Einfluss der akustischen Umgebung auf die Interpretation. Letzteres kann sowohl im Labor wie in Feldversuchen analysiert werden.
Als Katalysator dieses längerfristig angelegten Forschungsprojekts wird in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Institut für Musikforschung Preußischer Kulturbesitz (SIMPK) von 26. bis 28. November 2010 ein Symposium zum Thema
Interpretationsforschung 2010. Methoden der computergestützten Analyse im Kreuzverhör der Disziplinen
im Curt-Sachs-Saal des Musikinstrumenten-Museums organisiert werden.
Details zum Symposium