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Von der Wahrnehmungsforschung zur Erfahrungsästhetik: Die musikalisch-klangliche Konstruktion des Raums und ihre Technik
Musik hatte schon immer eine räumliche Dimension. Je nach geschichtlicher Epoche und/oder musikalischer Gattung war sie mehr oder weniger stark in die Musik integriert und damit für die Hörer auffällig. Ab Mitte des 20. Jh. wird Raum jedoch zum Parameter in der Musik und Komponisten behandeln ihn zunehmend als eigenständige kompositorische Dimension. Als Basis dieser künstlerischen Entwicklung können die etwa ab 1800 einsetzende Erforschung der Hörbarkeit des Raumes und die darauf aufbauenden technischen Geräte und Verfahren gelten, die zusammen mit der Entstehung der Elektroakustik die theoretischen Voraussetzungen für räumliche Klangverteilung und -bewegung schufen.

- Die Ingenieure Amberg, Krause und Winckel bei der Arbeit an einem Raumklangverteilungsgeräte für Karlheinz Stockhausen, ca. 1965

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Zum kreativen und praktischen Einsatz kamen die Forschungsergebnisse dann durch die Ideen von Komponisten und technischen Entwicklern. Sie bauten ab etwa 1950 häufig gemeinsam raumakustische Geräte als Unikate für eine neue Musikform, die den Raum klanglich differenziert und ihn in der Zeit kompositorisch konstruiert. Damit trugen Ingenieure und Künstler gleichermaßen zur Entwicklung einer neuen ästhetischen Praxis bei. Deren hervorragendes Moment ist es, an die unmittelbare Erfahrung und Wahrnehmung der Hörer zu appellieren.
Dies ist das Forschungsumfeld des Projektes. In seinem Mittelpunkt stehen der naturwissenschaftliche und technische Anteil an dieser Entwicklung. Die elektroakustischen Verfahren und Geräte zur Raumabbildung und zur konzertanten Raumkonstruktion sollen genau erfasst und dokumentiert werden: Ihre Schaltpläne, ihre Funktionsweisen und Kapazitäten sollen ebenso ermittelt werden wie die jeweils spezifische Zusammenarbeit zwischen Entwicklern und Komponisten sowie der Stand der Technik zur Zeit der Entstehung – und natürlich ihr Einsatz in der Musik.

- Wahrnehmungsforschung 1887, schematische Zeichnung; Definition der insgesamt 26 Schallrichtungen für Richtungsuntersuchungen von Preyer.

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Das Projekt hat gerade begonnen. Themenschwerpunkt ist derzeit noch die Aufarbeitung der akustischen und psychoakustischen Forschung zum Richtungshören seit etwa 1800. Hier geht es um die Sammlung und Darstellung der Forschungsansätze, die sich im Lauf der Zeit zunehmend verfeinert und differenziert, wie das nebenstehende Beispiel illustriert.
Die Dokumentation der elektroakustischen Raumklanggeräte ab ca. 1950 beginnt in Kürze.