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Fachgebiet AudiokommunikationLaufende Dissertationen

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Laufende Dissertationen

Die Entwicklung des Konzertwesens in Europa und Japan. Eine vergleichende Untersuchung

Autor: Clemens Büttner

In Japan hat sich das Konzertwesen nach europäischem Vorbild unter anderen Voraussetzungen und in einem erheblich kürzeren Zeitraum entwickelt. Ausgehend von einer Analyse der für sinfonische Aufführungen gebauten bzw. eingerichteten Konzerträume als Indikatoren für das soziale Umfeld sowie die architektonischen und akustischen Bedingungen von Aufführung und Rezeption soll die Entwicklung des Konzertwesens in der Zeit zwischen dem Beginn der Meiji Ära im Jahre 1868 und dem Ende des 2. Weltkriegs untersucht werden. Hierbei sollen die spezifisch japanischen Voraussetzungen, etwa die zunächst für Konzerte eingerichteten Kabuki-Theater, ebenso herausgearbeitet werden wie die zum Teil expliziten Bezüge auf europäische Vorbilder im Hinblick auf Aufführungsstätten sowie Organisation und Ausbildung der Orchestermusiker. In einer Voruntersuchung sollen zunächst die Aufführungsbedingungen und Aufführungsstätten für musikalische Aufführungen in Japan vor der Einführung der westlichen klassischen Musik analysiert werden. Die Hauptuntersuchung soll alle zwischen 1868 und 1945 in Japan für sinfonische Konzerte benutzten Aufführungsstätten im Hinblick auf ihre Form, Größe, Kapazität und Akustik dokumentieren. Für letzteres wird ein Set von raumakustischen Parametern herangezogen. Da keiner der relevanten Säle im Originalzustand erhalten ist, werden für alle Gebäude CAD-Modelle erstellt, in eine raumakustische Simulationssoftware übernommen und auf diese Weise raumakustische Parameter für den besetzten und unbesetzten Zustand berechnet. Anhand historischer Quellen soll die Besetzungsstärke der Orchester recherchiert und auf dieser Grundlage die Proportionen von Raum und Klangkörper ermittelt werden. Eine Analyse der originalsprachigen Quellen soll Aufschluss über Vorbilder und Bezüge geben, die für die Entwicklung des Konzertwesens in Japan wesentlich waren.

Kontakt: clemens.buettner AT gmail.com

Betreuer: Prof. Dr. Stefan Weinzierl / Prof. Dr. Heinz von Loesch

Anmeldung: 2012

 

Entwurf, Partitur, Realisation - Untersuchungen zum Werkcharakter und dem Problem der Wiederaufführbarkeit technisch basierter Medienkunst am Beispiel von "Experiments in Art and Technology"

Autor: Wilm Thoben

In den U.S.A. entbrannte in den 1960er Jahren ein erneuter Diskurs um das Verhältnis von Kunst und Technologie, der unter anderem zu der Verabschiedung des National Foundation of the Arts and the Humanities Act of 1965 als Ausgleich zu naturwissenschaftlich und technisch orientierten Förderungsprogrammen führte. Zahlreiche auf dieses Thema bezogene Programme und Gruppen wurden gegründet. Neben dem NASA Artists’ Cooperation Program oder dem Center for Advanced Visual Studies am MIT Bo- ston etablierte sich die freie Organisation Experiments in Art and Technology (E.A.T.). Das Leitbild dieser Stiftung bestand darin, bildende Künstler, Komponisten und Ingenieure für Kunstprojekte zusammenzuführen, bei denen sowohl ein künstlerisches als auch ein ingenieurswissenschaftliches Interesse bestand.
Die Dissertation soll realisierte, insbesondere aber nicht realisierte Projekte von E.A.T. im Bezug auf Werkcharakter und Werkgenese untersuchen. Die Abkehr von einer traditionellen Werkästhetik, begründet unter anderem von Marcel Duchamp und John Cage, auf die sich Mitglieder von E.A.T. immer wieder beziehen, führte zu einer Wandlung vom determinierten Werk zu einem verflüssigten Prozess als Gegenentwurf zur traditionellen Werktheorie. Durch die technische und ästhetische Analyse einiger im Rahmen von E.A.T. realisierten Werke wird die Frage nach einer Werkästhetik innerhalb der Organisation gestellt. Es soll gezeigt werden, inwiefern technische Produktionsprozesse eine Art ästhetische Genese der Arbeiten beeinflussen oder schon vorgeben. Durch philologische Quellenarbeit wird ergründet, ob nur die Uraufführungen der vorrangig systemorientierten, multimedialen Werke rekonstruiert werden können oder schriftliche Aufzeichnungen auch eine erneute Realisation legitimieren. Weiterhin wird untersucht, ob Überschneidungen zwischen den musikalischen und den nicht musikalischen Werken im Bezug auf ihren Werkcharakter bestehen. 

Kontakt: wilm.thoben AT tu-berlin.de

Betreuer: Prof. Dr. Stefan Weinzierl

Anmeldung: 2012

 

Statistical Analysis and Synthesis of Music Performance with Machine Learning

Autor: Tae Hun Kim

A performer interprets a written musical piece in different ways to associate with diverse musical emotions. Since a musical interpretation can be characterized with temporal variations of expressive parameters such as instantaneous tempo, dynamics, timbre and articulation, an effective modeling of those parameter variations would be significantly helpful for synthesis and analysis of expressive music performance. Traditional researches assume that a music performance is a deterministic process, and try to explain it as a form of expert systems based on explicit rules. Finding those deterministic rules is however a very difficult and time-consuming work since music performance is one of the most complicated human tasks. In order to find an efficient method for synthesis and analysis of expressive music performance, this research will study potentials of statistical approaches with machine learning. Assuming that a music performance is a stochastic process, statistical relations between score and expressive parameters would be another interesting information to understand an expressive music performance. In addition, statistical machine learning techniques make it possible to learn those relations with performance datasets computationally. Preliminary studies with simple statistical models shows that an artificial rendering of a piano performance is possible in a limited manner. The dissertation will discuss how to represent complex variations of expressive parameters such as in string instruments parametrically, how to take into account musical phrasing for an enhanced modeling of music performance, and how to learn a statistical performance model with training datasets computationally. By this means we can efficiently find statistical performance models of certain performers and compositional styles that can be used for development of statistical performance analysis methods, expressive and emotional sound synthesis systems, music search engines and new musical instruments.

Kontakt: t.kim AT campus.tu-berlin.de

Betreuer: Prof. Dr. Stefan Weinzierl

Anmeldung: 2012

 

Raumakustik und musikalische Interpretation

Autorin: Zora Schärer

Bei der Aufführung von Musik spielt der Raum als akustischer Übertrager eine maßgebliche Rolle für das resultierende Klangbild. Diese klangliche Transformation beeinflusst nicht nur die Wahrnehmung der Zuhörer sondern auch diejenige der ausübenden Musiker. Es ist davon auszugehen, dass deren Höreindruck sich wiederum auf die Interpretation auswirkt, sodass eine komplexe Interaktion entsteht. Bereits in musikalischen Lehrwerken des 18. Jahrhunderts sind praktische Hinweise zum spieltechnischen Umgang mit unterschiedlichen akustischen Umgebungen zu finden. Heute gilt die Akustik eines Saals unter Musikern und Theoretikern als selbstverständlicher Einflussfaktor auf eine Aufführung.
Der Zusammenhang zwischen Raumakustik und musikalischer Interpretation wurde jedoch bisher kaum systematisch untersucht bzw. wird meist auf die einfache Formel „je halliger der Raum desto langsamer das Tempo“ reduziert. Es ist offen, ob diese Annahme tatsächlich zutrifft, welche weiteren musikalischen Interpretationsparameter in Abhängigkeit der Raumakustik variiert werden und wie das Muster ihrer Veränderung aussieht. Von Interesse ist hier auch, ob der akustische Einfluss durch das musikalische Material oder das verwendete Instrument bedingt ist. Darüber hinaus ist zu klären, welche raumakustischen Eigenschaften bei einer Aufführung eine Rolle spielen und durch welche physikalisch messbaren Parameter sie am besten beschrieben werden können. Im Gegensatz zur Evaluation von Konzertsälen aus der Hörerperspektive fehlt auf dem Gebiet der Bühnenakustik bisher eine fundierte Kenntnis der akustischen Kriterien, die für die Raumwahrnehmung von Musikern relevant sind.
Die genannten Fragen sollen in der Doktorarbeit in empirischen Untersuchungen beantwortet werden. Nebst einer Studie unter realen Konzertbedingungen kommt in einem zweiten Teil die dynamische Binauralsynthese zum Einsatz, um praktizierende Musiker in verschiedene Säle zu versetzen. Mit Hilfe einer am Fachgebiet entwickelten, softwarebasierten Analyse der in realen und binaural simulierten Konzertsälen ausgeführten musikalischen Darbietungen werden die zeitlichen Verläufe von Interpretationsparametern extrahiert. Ferner wird die Akustik der Säle durch Messungen von Impulsantworten und Berechnung typischer akustischer Kriterien charakterisiert, sodass ihre Auswirkung auf die Spielweise der Musiker im Detail untersucht werden kann.

Betreuer: Prof. Dr. Stefan Weinzierl / Prof. Dr. Heinz von Loesch

Anmeldung: 2009

Konzertsaal und mediale Rezeption. Eine empirische Analyse durch immersive Audiotechnologien.

Autor: Alexander Lindau

Die dynamische d.h. den Kopfbewegungen eines Hörers folgende Auralisation binauraler Raumimpulsantworten (BRIRs) erlaubt eine plausible, im Idealfall authentische Reproduktion prinzipiell beliebiger realer akustischer Umgebungen. Ein vom mir im Rahmen meiner Magisterarbeit entwickelter, automatisierbarer Messroboter (FABIAN) ermöglicht die schnelle Vermessung solcher BRIR-Sets in hoher Audioqualität. Eine am Fachgbiet entwickelte Software zur schnellen Echtzeitfaltung (fWonder) erlaubt das instantane Umschalten zwischen akustischen Simulationen multipler Quellen/Raumsituationen.Die Möglichkeit des schnellen Umschaltens der Auralisation verschiedener BRIR-Sets gestattet erstmals einen direkten empirischen Vergleich der Wahrnehmung realer Live-Darbietungen (z.B. konzertanter Aufführungen) mit der üblicheren Wiedergabe von Tonträgeraufzeichnungen über Anordnungen elektroakustischer Wandler (Lautsprecher). Die Diskussion der für die „Natürlichkeit“ einer medialen Übertragung wesentlichen akustischen und nicht-akustischen Faktoren ist seit längerer Zeit Gegenstand produktionspraktischer und musikpsychologischer Diskurse. Eine empirische Überprüfung der für die Wahrnehmung eines audiotechnisch gestalteten Klangbilds wesentlichen Faktoren im Unterschied zum Live-Erlebnis rückt erst durch die moderne Binauraltechnik in greifbare Nähe. Insbesondere Art und Ausprägung des wahrgenommenen Unterschieds sind hierbei von Interesse. Qualitativ ermittelte und damit individuell valide Konstrukte sowie deren quantitative Bewertung können durch ein der Konstruktpsychologie entlehntes Untersuchungsdesign nach der Repertory Grid Technik (RGT) erreicht werden. Begleitend wird die hierzu entwickelte Technologie auch  bei anderen Fragestellungen zur Anwendung kommen (in der Lehre, bei öffentlichen Demonstrationen, in der Forschung: zum Vergleich von Lautsprechersystemen, zum subjektiven Vergleich von Raumakustik, bei Vergleichen mehrkanaliger medialer Wiedergabeverfahren wie WFS u.ä. oder auch beim Aufbau virtueller Kommunikationsumgebungen).Technologische Teilaspekte der Arbeit umfassen insbesondere die Bestimmung der notwendigen - weil auditiv relevanten - Auflösungsgenauigkeit der zu messenden BRIR-Datensätze, die Beschleunigung des BRIR-Messverfahrens, Aspekte geeigneter Schallquellenrepräsentation bei der Messung (z.B. bzgl. ihrer Richtcharakteristik), die perzeptive Optimierung der Echtzeitfaltungssoftware, die Parameterisierung und Fernsteuerung der Auralisationsumgebung sowie die Evaluation und Einrichtung visueller und haptischer Interfaces zur immersiven und nichtintrusiven Versuchsdurchführung in virtuellen akustischen Simulationen.

Betreuer: Prof. Dr. Stefan Weinzierl / Prof. Dr. Michael Vorländer (RWTH Aachen)

Anmeldung: 2007

Wave Field Analysis in Room Acoustics

Autor: Benjamin Bernschütz

Sound pressure and velocity at all points inside an area of interest describe the acoustical wave field and comprise all of the information on the corresponding room influences and acoustical properties. Because it is highly complex and not practicable to sample the entire sound field at every point of a volume, we can fall back on the Kirchhoff-Helmholtz-Integral equation, which relates the sound pressure within a source-free volume with the sound pressure and velocity on its surface. This relation simplifies the measurement, as it reduces the required sampling area to the surface of the volume of interest, instead of sampling the entire volume. Using this equation, it becomes possible to design real microphone array measurement systems of justifiable complexity to sample the wave field.
The research work as well as the projected thesis will be divided into two parts.
In order to analyze an acoustic wave field, appropriate methods and accurate equipment are required. The first part of the thesis will discuss the theory of wave field capture and decomposition for the extrapolation of the wave field and modal beamforming, as well as the design and construction of a precise, scalable microphone array measurement system.
Part two will examine room acoustics research under the application of this measurement system. Some typical properties in room acoustics will be derived from array measurements and wave field decomposition processing, as opposed to the use of classical measurement techniques. The measurements are expected to deliver more detailed spatial information than traditional methods can achieve. The intention here is to evaluate the advantages of this complex spatial audio measurement method in comparison with state-of-the-art methods currently applied in room acoustics. Advantages are expected due to the possibilities of disassembling the acoustic properties into their direction-dependent contributions and the acquisition of data sets, which can be replayed on spatial audio auralization systems (e.g. Wave Field Synthesis Systems) or fed to room acoustic simulation tools. Kontakt:  benny.bernschuetz |at| me.com

Betreuer: Prof. Dr. Stefan Weinzierl / Prof. Dr. Christoph Pörschmann

Anmeldung: 2009

Early history of electro-acoustic music for recording media in the USA (1940-1953)

Autor: Volker Straebel

While quite a lot of research has been done on early electro-acoustic music composed in the studios of Paris (Pierre Schaeffer and Musique concrète) and Cologne (Karlheinz Stockhausen and Elektronische Musik), rather little is known about early tape music in the USA. This study presents for the first time detailed insight to technical background, aesthetic concept and composition of mostly unpublished work, often formerly considered lost. After the reconstruction of research conducted by John Cage in connection with his attempt to set up a center for experimental music (1940/42), I discuss work for "animated sound", drawn directly on optical film soundtrack by Norman McLaren (Dots and Loops, 1940) and John and James Whitney (Five Film Exercises, 1943/44). I then introduce Cage's early work for recording media, the film music for Works of Calder (1950) and Imaginary Landscape No.5 for tape (1952). This leads to the "project music for magnetic tape" with multi-channel compositions by Earle Brown, John Cage, Morton Feldman and Christian Wolff (1952-53). These pieces have, under assistance of David Tudor, been realized in the studio of Louis and Bebe Barron, who's work, including electronic film music for The Bells of Atlantis, a short film by Ian Hugo with Anaïs Nin performing, gets discussed. Finally, I describe the work of Otto Luening and Vladimir Ussachevsksy, who established an electronic music studio at Columbia University.  The study combines analytical and aesthetic considerations with information about the history of sound recording, the lack of institutional support and their influence on the compositional work. While their European colleagues enjoyed funding from national radio stations and established "schools" in lively exchange with theorists of related disciplines, the American pioneers of electro-acoustic music developed a remarkable diversity of approaches to deal with the new medium.

Kontakt: email AT straebel.de

Betreuer: Prof. Dr. Stefan Weinzierl / Prof. Dr. Helga de la Motte-Haber

Anmeldung: 2006

Maximizing microtonal and timbral resources: an acoustic investigation of whole- and half-valve tunings and timbres on the 6 rotary-valved F tuba

Autor: Robin Hayward

Whilst the understanding of brass acoustics has vastly increased in the last three decades, and powerful new research tools have been developed, the focus of these studies has been primarily on understanding how brass instruments work within a traditional playing paradigm. This study investigates ways in which the microtonal and timbral potential of the 6-valve F tuba can be maximized and best documented as a resource for players, composers and musicologists. It will be shown how a 'binary' tuning system solves the limitations inherent the microtonal tunings available with a traditional valve system, and how a tuba may be adapted to alternate between both the binary and traditional systems. An acoustical analysis drawing on the BIAS and VIAS systems developed at the University of Performing Arts in Vienna will show the extent to which both systems deviate from theoretical note centres, and allow for a comparison of the timbres of different valve combinations. Lipping is explored both as a means of adjusting tuning and as a way of altering timbre. A similar procedure will be applied to half-valve combinations of both tuning systems.
Half-valve tables will be compiled to document changes of pitch and timbre, and consideration will be given to how the information could be most usefully organized. The tables will be subjected to statistical analysis and a preliminary acoustic investigation of half-valves will be undertaken, aiming to gain an initial understanding of why the half-valve combinations alter pitch and timbre in the way they do. Finally, other possible ways of maximizing timbral resources will be considered, including multi-surface mutes, lip multiphonics, distorted embouchure and tongue-reed techniques.

Kontakt: robinhayward AT gmx.de

Betreuer: Prof. Dr. Stefan Weinzierl / N.N.

Anmeldung: 2009

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