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TU Berlin

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David Behrman

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  • Edgard-Varèse-Gastprofessor im SoSe 2002

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Lebenslauf

*16. Aug. 1937 in Salzburg, Komponist. Sein Vater ist der Autor und Dramatiker Sidney N. Behrman, seine Mutter die Schwester des Geigers Jascha Heifetz. Mit 17 Jahren nahm Behrman ein Jahr lang privaten Kompositionsunterricht bei Wallingford Riegger in New York. Riegger, Freund von H. Cowell und E. Varèse, führte Behrman u.a. zur Musik von Ch. Ives, M. Feldman und R. Ashley. An der Harvard University studierte er später bei W. Piston und wurde durch die Studienkollegen Christian Wolff und Frederic Rzewski beeinflußt. 1959 nahm er bei K. Stockhausen an den Darmstädter Sommerkursen teil und wurde für einige Jahre, als Nachfolger von C. Cardew, Kopist von Stockhausen. Behrman beschäftigte sich seit 1963 mit elektronischen Schaltungen und Algorithmen für Echtzeit-Performances und Klanginstallation. 1966 gründete er in den USA The Sonic Art Union zusammen mit Robert Ashley, Alvin Lucier und Gordon Mumma und gab in den folgenden Jahren zahlreiche Konzerte in den USA und Europa. Die Vereinigung bestand bis 1976. Behrman war 1965–1970 Produzent der CBS-Schallplattenreihe Columbia Masterworks, Music of Our Time, wo er u.a. Kompositionen von Robert Ashley, Milton Babitt, John Cage, Toshi Ichyanagi, Alvin Lucier, Henry Pousseur, Pauline Oliveros, Steve Reich, Terry Riley und David Tudor veröffentlichte. Von 1970 bis 1976 war er Composer/Performer bei der Merce Cunningham Dance Company und schrieb während dieser Zeit die Musik für drei Repertoire-Stücke. Er unterrichtete an mehreren Universitäten, u.a. am Mills College, wo er Co-Direktor des Center for Contemporary Music war. Behrman lebt in New York.
WERKE (Auswahl)

A. Kompositionen

Canons (1959) für präpariertes Kl. und Schlgz. · Players with Circuits für 2 Kl./Zithern/Git. und Live-Elektronik (2 Spieler) (1966) · Runthrough für Live-Elektronik (4 Spieler) (1967) · Walkaround Time für Live-Elektronik (3 Spieler) (1968) · Reunion Performance für Live-Elektronik, zusammen mit J. Cage, L. Cross, M. Duchamp, T. Duchamp, G. Mumma, D. Tudor (1968) · Homemade Synthesizer Music with Sliding Pitches (1973) · Voice with Melody-Driven Electronics (1975) (für das Projekt "Rebus" der Cunningham Company) · On the Other Ocean (1977) · Circling Six für Blechbläser und Computer Music System (1983–1985) · Interspecies Smalltalk (1984) (Auftrag von Merce Cunningham für "Pictures") · Orchestral Construction Set (1984) · Leapday Night (1986–1988) für Ben Neill und Rhys Chatham · All Thumps (1987) · Singing Stick für gitarrenähnliches Instr. und Live-Elektronik (1989) · Navigation and Astronomy für 21-saitiges Koto und Computermusik System (1990) · A Traveller's Dream Journal (Berlin – New York) (1990) · QS/RL für 2 Blas- oder Streichinstrumente und Computermusik System · "My Dear Siegfried, ..." für 2 Vokalisten und 3 Instrumentalisten in Zusammenspiel mit einem Computermusik System (1996–1999)

B. Installationen

Cloud Music (1974–1979) (Zusammenarbeit mit Robert Watts und Bob Diamond) · Touch Tones (1979) · Sound Fountain (1982) · Installation for La Villette (1985) (Zusammenarbeit mit George Lewis) · Algorithme et Kalimba (1986) · A Map of the Known World (1987) · Keys to Your Music (1987–1989) · In Thin Air (1995) · Pen Light (1998) (in Zusammenarbeit mit James Lo)

C. Schriften

Designing Interactive Computer-based Music Installations, in: Contemporary Music Review, 6, 1991, 139–142 · Focus on David Tudor. Private Person, Public Figure; David Tudor in the '60s and '70s in: Musicworks 71, 1998, 44–46 · Composing with Shifting Sand: A Conversation between Ron Kuivila and David Behrman on Electronic Music and the Ephemerality of Technology in: Leonardo Music Journal 8, 1999, 13–16

Zu den Pionieren des computergestützten Komponierens in Echtzeit gehören neben Behrman die Komponisten Joel Chadabe, Giuseppe G. Englert, Salvatore Martirano, Peter Zinofieff, Edward Kobrin und Laurie Spiegel. Behrmans Kompositionen sind meist für Solisten und kleine Ensembles. Er ist dabei weniger Komponist im herkömmlichen Sinne, denn er stellt den Musikern ein nach seinen Ideen reagierendes, computergestütztes interaktives System zur Verfügung, das meist auch von ihm selbst entwickelt wurde. Das Wesentliche an Behrmans Musik sind die Interaktionsprozesse, das musikalische Material ist bewußt einfach. Bei vielen seiner interaktiven Installationen ist der Besucher eingeladen, ohne musikalische Kenntnisse selbst Musik machen zu können. Auf dem Gebiet der Elektroakustischen Musik und Computermusik darf Behrman durchaus als "do-it-yourself electronic composer" (Tom Johnson 1989) bezeichnet werden.
Martin Supper

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