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TU Berlin

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Hinweise zum Zitieren und Verweisen

Referenzieren in wissenschaftlichen Arbeiten
In wissenschaftlichen Arbeiten sind Aussagen, sofern sie nicht Allgemeingut oder trivial sind, zu belegen, indem man die entsprechende Quelle und deren Autor(en) nennt. Auch bei der Darstellung von Gedanken, Betrachtungen und Theorien, die nicht selbst entwickelt wurden, müssen Urheber und Quelle angegeben werden. Bei einer wörtlichen Übernahme von Text muss formal und inhaltlich korrekt zitiert werden, wozu neben der Nennung von Quelle und Autor(en) auch die genaue Seitenangabe gehören. Unter Referenzieren oder Verweisen versteht man eben diese transparente Bezugnahme auf eine Quelle, sei es als Beleg von Fakten, als Hinweis auf eine gedankliche Urheberschaft oder als Nachweis von Zitaten.
Unterlässt man das Referenzieren, macht man sich des Plagiats schuldig. Dies kann rechtliche Konsequenzen haben und z.B. im Rahmen des Studiums zur Nichtanerkennung der entsprechenden Prüfungsleistung (ggf. ohne Wiederholungsmöglichkeit) führen. Nicht nur deshalb ist es wichtig, sich mit dem Gegenstand, den man wissenschaftlich behandeln möchte, durch eingehende Literaturrecherche inhaltlich gut vertraut zu machen. Außerdem muss man die Regeln des korrekten Zitierens und Verweisens kennen.

Quellen
Wissenschaftliche Quellen (sog. Sekundärliteratur) müssen zum einen seriös und mutmaßlich sachlich korrekt sein und zum anderen Autor oder Herausgeber nennen. Anonyme Quellen sind, außer in der historischen Forschung, als Referenzen ungeeignet. Insofern ist auch Wikipedia keine wissenschaftlich ernstzunehmende Referenz: Die Autorenschaft ist ungeklärt, und die Artikel sind bisweilen sachlich, systematisch und termi­nologisch fehlerhaft.
Wissenschaftliche Quellen sind grundsätzlich nach inhaltlicher Relevanz und nicht nach bequemer Zugänglichkeit auszuwählen. Die ausschließliche Recherche und Verwendung von Internet-Ressourcen z.B. führt in der Regel zu einer stark unvollständigen und – wegen der übermäßigen Berücksichtigung grauer Literatur – weniger belastbaren Quellenauswahl. Zudem kann der Inhalt der Quellen verändert werden, und die Dauer ihrer Verfügbarkeit ist unklar.
Natürlich können auch alle diejenigen Texte berücksichtigt werden, die die geforderten Kriterien nicht erfüllen. Dabei handelt es sich dann aber nicht um eine direkte Bezugnahme auf wissenschaftliche Texte (Sekundärliteratur), sondern entweder um den Forschungsgegenstand selbst (Primärliteratur) und/oder um eine empirische Texterhebung (z.B. das Sammeln von Forumsbeiträgen oder Werbeaussagen), die im Rahmen der Forschung methodisch zu begründen und dokumentieren ist und die typischerweise Daten für ein anschließendes Textanalyseverfahren liefert.

Zitieren
Ein Zitat muss exakt den Text der Referenz enthalten, d.h. Zeichen für Zeichen übertragen werden. Fehler müssen ebenfalls übernommen werden, können jedoch durch ein nachgestelltes [sic!] oder [!] als Fehler des zitierten Textes kenntlich gemacht werden. Auslassungen bzw. Kürzungen werden durch [...] angezeigt und dürfen nicht sinnverändernd sein.
Zu jedem Zitat gehört eine eindeutig zugeordnete Seitenangabe der Fundstelle, meist am Ende des Zitats. Dabei ist entweder die eine, oder bei längeren Zitaten ggf. die Anfangs- und die Endseite der zitierten Stelle anzugeben. Angaben wie f. oder ff. sind heute nicht mehr üblich und lassen den Verdacht entstehen, dass ungenau gearbeitet wurde oder die zitierte Quelle gar nicht vorgelegen hat.
Zitate bis drei Zeilen Länge werden im Fließtext untergebracht und in Anführungszeichen gesetzt. Die Verwendung von Anführungszeichen ist dem echten Zitat vorbehalten. ‚Uneigentliche‘, umgangssprachliche oder selbstkonstruierte Begriffe z.B. werden also nicht in normale, sondern in einfache Anführungszeichen gesetzt oder anders ausgezeichnet (z.B. durch Kursivsetzung). Enthält ein Zitat selbst ein Zitat, also Anführungszeichen, so werden statt diesen ebenfalls einfache Anführungszeichen gesetzt. Ist ein Zitat länger als drei Zeilen, sollte es als eingerückter Absatz mit kleinerer Schrift dargestellt werden. Die Anführungszeichen entfallen dabei, die Referenz mit Seitenangabe ist jedoch zu nennen.
Es sollte immer aus erster Hand zitiert werden. Nur wenn eine Quelle nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand zu beschaffen ist, darf das Zitat einer anderen Quelle entnommen werden. Dabei ist zuerst die Originalquelle zu nennen, dann „zit. in“ und schließlich die Quelle, in der das Zitat vorgefunden wurde.

Verweisungssysteme
Das Verweisen auf die Quelle eines Faktums, Gedankens oder Zitats erfolgt stets nach einem bestimmten System, das zum einen die Form des Belegs im Text und zum anderen die Form der Nennung der Referenzen im Literatur- bzw. Quellenverzeichnis regelt. Es gibt eine Vielzahl von Literaturverweisungssystemen, jedoch keinen Standard. Das bedeutet aber nicht, dass beliebig verfahren werden kann. Vielmehr muss man sich für ein geeignetes Verweisungssystem entscheiden und dieses in der gesamten schriftlichen Arbeit konsistent durchhalten. Die drei gebrächlichsten Systeme sind das Autor/Jahr-System (auch: harvard style), das klassische Fußnotensystem (auch: chicago style) und das Nummernsystem. Für Arbeiten oder Publikationen am Fachgebiet Audiokommunikation ist stets eines dieser drei Literaturverweisungssysteme zu verwenden.
● Autor-Jahr-System:
Typisch in den Sozialwissenschaften sowie zunehmend in den Naturwissenschaften. Quellenverweis durch Angabe von Nachname(n) und Erscheinungsjahr in Klammern im Text oder in einer Fußnote. Einbindung in Formulierungen möglich. Das Literaturverzeichnis enthält die Quellenanga­ben in alphabetischer Reihenfolge von Autoren-Nachname, ‑Vor­name, Erscheinungsjahr (identische Jahre bei dem-/denselben Autoren mit aufsteigenden Kleinbuchstaben versehen).
Fußnotensystem: Typisch in den Geisteswissenschaften. Quellenangabe in einer Fußnote (Vollbeleg) entweder vollständig oder bei Wiederholung nur als Name, ggf. Stichwort und a.a.O. Auf derselben Seite reicht auch Ebenda (Ebd.) oder Ibidem (Ibid.). Das Literaturverzeichnis enthält die vollständigen Quellenangaben in alphabetischer Reihenfolge von Autoren-Nachname, ‑Vorna­me und Titel der Publikation.
Nummernsystem: Typisch in den technischen Wissenschaften. Quellenverweis durch Angabe einer Nummer in eckigen Klammern im Text. Die Nummerierung erfolgt im laufenden Text aufsteigend. Das Literaturverzeichnis enthält die Quellenangaben nicht in alphabetischer, sondern in der Nummern-Rei­henfolge (in order of appearance).

Publikationstypen
Insbesondere die Form der Nennung einer Referenz im Literatur- bzw. Quellenverzeichnis variiert mit ihrem Publikationstyp. Es kann u.a. zwischen einmaligem und regelmäßigem Erscheinen, zwischen selbständiger und unselbständiger Publikation, zwischen einem und mehreren Autoren, zwischen Printfassung und elek­tronischem Dokument und zwischen über den Buchhandel distribuierten Verlagspublikationen (mit ISBN bzw. ISSN) und sog. grauer Literatur unterschieden werden. Die häufigsten Publikationstypen wissenschaftlicher Literatur sind:
● Monographie:
Ein (oder mehrere) Autor(en) als (gemeinsame) Verfasser eines Buches mit ISBN.
● Sammelband (Herausgeberband):
Es gibt mehrere Autoren, die jeweils Verfasser nur eines Teils (Ka­pitel, Artikel) eines Buches mit ISBN sind. Außerdem gibt es einen oder mehrere Herausgeber (Hrsg., Hg., ed.), Sie koordinieren und redigieren die Artikel und verfassen meist eine Einleitung des Buches sowie ggf. einzelne Artikel.
● Zeitschriftenartikel:
Als Zeitschrift gilt eine mindestens halbjährlich periodisch erscheinende Publikation mit ISSN. Die einzelnen Ausgaben sind fortlaufend nummeriert. Jede Ausgabe enthält Artikel mehrerer Autoren. Oft werden auch Jahrgänge nummeriert (Jg., Vol.).
● Kongressbericht:
Der Inhalt ist das Ergebnis eines Kongresses / einer Tagung / einer Konferenz / eines Symposiums. Daher gibt es mehrere Autoren, die jeweils Verfasser nur eines Teils (Kapitel, Artikel) des Berichts sind. Als Herausgeber tritt in der Regel eine Körperschaft auf (z.B. Audio Engineering Society). Typische Begriffe im Titel sind Bericht, Kongress, Tagung, Convention, Conference, Proceedings. Kongressberichte besitzen meistens keine ISBN. Ist dies doch der Fall, so ist die Publikation wie ein Sammelband (s.o.) zu behandeln.
Internet-Ressource: Jegliche im Internet verfügbare Quelle, die nicht auch als Druckfassung existiert und den hier genannten Publikationstypen entspricht. Dazu gehören u.a. downloadbare Dokumente (z.B. Bedienungsanleitungen und Vorlesungsskripte), Online-Journale sowie Online-Nachschlagewerke und sonstige Webseiteninhalte. Dabei handelt es sich meistens um graue Literatur.
● Abschlussarbeit:
Abschlussarbeiten haben nur einen Autor (außer Sammel-Dissertationen) und in der Regel keinen Verlag und keine ISBN. Die Verfügbarkeit ist – soweit nicht online zugänglich – schlecht. Zu diesem Publikationstypus zählen Magister- und Diplomarbeiten, Bachelor- und Masterarbeiten, Dissertationen und Habilitationen. Die beiden letztgenannten werden jedoch häufig über einen Verlag publiziert (ISBN) und sind dann als Monographie (s.o.) zu behandeln. Der Titel der Verlagspublikation muss nicht mit dem Titel der qualifizierenden Abschlussarbeit übereinstimmen.

Literatur
Franck, Norbert und Joachim Stary (Hg.) (2006). Die Technik wissenschaftlichen Arbeitens: eine praktische Anleitung. 13., durchges. Aufl. Paderborn et al.: Schöningh.
Karmasin, Matthias und Rainer Ribing (2007). Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten: ein Leitfaden für Haus- und Seminararbeiten, Magisterarbeiten, Diplomarbeiten und Dissertationen. Wien: WUV.

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Anwendungsbeispiele (PDF, 165,6 KB)

BibTex- und LaTex-Beispiele (ZIP, 643,9 KB)

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