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TU Berlin

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Hinweise zum Verfassen eines Exposes


Die erste umfassende schriftliche Darstellung eines Forschungsvorhabens erfolgt nach der Orientierungs- und Planungsphase in Form eines Exposés. Es beschreibt in allgemeinverständlicher Weise alle wesentlichen Aspekte des künftigen Projekts hinsichtlich Forschungszusammenhang, Forschungsthema, Fragestellung, Methoden, Quellen und Ressourcen.

Es ist notwendig bzw. sinnvoll
* für die Anmeldung von Forschungsarbeiten (Magister- und Masterarbeiten, Dissertationen)
* für Stipendien- und Forschungsanträge
* als Indikator für Praktikabilität und inhaltliche Konsistenz
* als Diskussionsgrundlage
* als Ausgangspunkt für die detailliertere Planung eines Forschungsvorhabens. 

Sowohl die Erarbeitung des Exposés, der oft zum ersten Mal eine klare Strukturierung und Verbalisierung der Forschungsidee erfordert, ist für den Forscher von Nutzen, als auch das fixierte Ergebnis, das für die Dauer des Forschungszeitraums einen thematischen, methodischen und planungsmäßigen Anker bildet – unabhängig davon, wie weit man sich schließlich von ihm entfernt. Für Exposés gibt es keine einheitlichen Vorgaben. Im Fachgebiet Audiokommunikation sollen Exposés für Magister- und Masterarbeiten einen Umfang von etwa 3 Seiten Text haben (Times 12 Punkt einzeilig), bei Dissertationen ist ein Umfang von etwa 5 Seiten üblich, während Stipendienanträge meist einen Umfang von etwa 10 Seiten erfordern. Das Exposé sollte folgenden Aufbau haben: 

Abstract                                                                                                                                          Stark verkürzte, überblicksartige Darstellung von Forschungsbedarf, Fragestellung, Methode, erwartetem Ergebnis und Nutzen. 

Einleitung und Fragestellung
Kurzes Umreißen des Themengebiets mit schneller Fokussierung auf den zu untersuchenden Gegenstand. Hierzu können technikhistorische Aspekte oder eine Forschungstradition skizziert, ein bestehender theoretischer Hintergrund erhellt, eine Einordnung in Forschungsdisziplinen vorgenommen und ggf. ein persönliches Forschungsinteresse dargelegt werden. Die Einführung des Themengebiets sollte auf eine konkrete Fragestellung zugespitzt werden, gleichzeitig soll die Relevanz des Themas deutlich werden, z.B. mit Hinblick auf Gesellschaft, Grundlagenforschung oder konkrete Anwendungen. 

Stand der Forschung
Überblick über bestehende Arbeiten im thematisch näheren Forschungsbereich. Der Autor vermittelt hier zum einen seine Kenntnis der Materie und zeigt zum anderen Forschungsdefizite und ggf. Anknüpfungspunkte an bestehende Arbeiten auf. Daraus ergeben sich die Forschungsrelevanz, eine weitere thematische Eingrenzung sowie mögliche methodische Ansätze. 

Methode und Quellen
Die zur Beantwortung der oben skizzzierten Fragestellung eingesetzte Methode soll benannt und ihre Eignung kurz begründet werden. Dabei kann es sich um eine Quellenrecherche, eine qualitative oder quantitative Analyse, ein empirisches Verfahren (mit Versuchsdesign, Wirkkriterien, Bedingungsvariation, Stichprobe, Operationali­sie­rung bzw. Mess­instru­ment, technischen Mitteln und statistischer Auswertung) oder ein technisches Verfahren handeln. Auch hier ist ein Hinweis auf methodische Fachliteratur und methodisch vergleichbare Untersuchungen angebracht. Sofern Quellenarbeit im Vordergrund steht, Beschreibung und Einschätzung der Quellenlage hinsichtlich Art, Umfang, zu erwartender Relevanz und Erschließbarkeit, evtl. auch in Form einer Tabelle oder einer Skizze. An dieser Stelle sollte auch auf bestehende Absichtserklärungen und Vereinbarungen (z.B. mit Archiven) hingewiesen werden. 

Vorarbeiten
Sofern bereits eigene Vorarbeiten geleistet wurden, die über die Untersuchungsplanung hinausgehen (z.B. umfangreiche Recherchen, Herstellung von Untersuchungsobjekten oder Forschungswerkzeugen, Vorversuche), sollten diese aufgeführt werden mit Hinweis auf konkrete Anknüpfungspunkte. 

Arbeits- und Zeitplan
Eine vorläufige Strukturierung des für das Projekt zur Verfügung stehenden Zeitraums in Form eines Arbeitsplans dokumentiert eine realistische Einschätzung von Ablauf, Struktur und Umfang der zu erwartenden Forschungsarbeit. Dabei empfiehlt sich für kleinere Projekte ein Wochen-, für größere ein Monatsraster. Innerhalb dieser Einheiten können mehrere kleine Arbeitsschritte aufgeführt werden. 

Literatur
Verzeichnis der im Exposé verwendeten Literatur. Es sollte bereits die für die Untersuchung zentralen Publikationen enthalten, auch wenn im Laufe der Arbeit noch weitere Quellen und Referenzen erschlossen werden.

Hilfreiche Literatur:

Bortz, Jürgen und Nicola Döring (2005). Forschungsmethoden und Evaluation für Human- und Sozial­wissen­schaftler. 3., überarb. Aufl., Nachdr. Berlin et al.: Springer.

Kruse, Otto (2005). Keine Angst vor dem leeren Blatt: ohne Schreibblockaden durchs Studium. (Campus concret; 16). 11. Aufl. Frankfurt/Main, New York: Campus.

Karmasin, Matthias und Ribing, Rainer (2006). Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten. (UTB 2774), Wien: WUV Facultas

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